Free Trieste Movement

Referat der Pressekonferenz in Wien am 9. September 2014: FREISTAAT UND FREIHAFEN TRIEST, ÖSTERREICH UND INTERNATIONALE GEMEINSCHAFT

Meine Damen und Herren, willkommen zur Pressekonferenz der Bewegung Freies Triest-, Movimento Trieste Libera, heute in Wien, in diesem Karl Kraus gewidmeten Saal des historischen Cafes Griensteidl, um über den Freistaat und Freihafen Triest, Österreich und die internationale Gemeinschaft zu sprechen.

Mein Name ist Paolo G. Parovel. Ich bin Journalist, Schriftsteller und Politik-Analytiker, ich bin hier als Sprecher des Movimento Trieste Libera, dessen Pressetätigkeiten ich leite.

Das Movimento Trieste Libera – Bewegung Freies Triest ist keine separatistische oder nationalistische Organisation, die das internationale Gleichgewicht destabilisieren will, und hat ebenso keinerlei territoriale Ansprüche.

Das Movimento Trieste Libera ist die wichtigste politische Organisation der Staatsbürger des Freien Territoriums Triest, welcher aus der Stadt und aus dem Freien Internationalen Hafen und aus fünf kleineren Gemeinden besteht. Es existiert seit 1947 als souveräner Staat und vollberechtiges Mitglied der Vereinten Nationen, sein Bestand wird vom UNO Sicherheitsrat garantiert und ist provisorisch einer besonderen Treuhand Verwaltung anvertraut.

Die Treuhand Verwaltung wird seit 1954 durch die italienische Regierung durchgeführt, die ihre Rolle als provisorische Regierung des Freien Territoriums Triest im Interessenkonflikt mit seinen eigenen Interessen als permanente Regierung des italienischen Staates durchführt.

Die italienische Regierung erstickt deshalb die Wirtschaft des Staates und des Freien Hafens Triest, um der Wirtschaft und den Häfen des italienischen Staates zu begünstigen. Und auf diese Weise wird nicht nur Triest sondern auch der ganzen internationalen Gemeinschaft geschadet, die im Freien Hafen besondere Rechte hat.

Die Entwicklung des Freien Internationalen Hafens Triest hat außerdem wesentliche Bedeutung für die ökonomische Förderung der schwachen Zonen Süd-West Europas.

Das Movimento Trieste Libera fordert daher, dass der Sicherheisrat der Vereinten Nationen und alle betroffenen Staaten die italienische Regierung dazu zu bewegen, die Treuhandschaft zu respektieren, und dass andernfalls die treuhandschaftliche Verwaltung einer Regierung oder einer Autorität der UNO übergeben wird, deren Interessen nicht mit denen des Freien Territoriums Triest in Konflikt steht.

Dies könnten zum Beispiel folgende Staaten sein: Österreich, das während eines halben Jahrtausends gemeinsamer Geschichte Triest und seinen Freihafen kreiert und aufgebaut hat; die neutrale Schweiz, die wie Österreich wichtige Rechte im Freihafen Triests inne hat; das Vereinigte Reich und die Vereinigten Staaten welche Triest, bereits von 1947-1954 gemeinsam gut verwaltet haben.

Wir bieten Österreich und den anderen Ländern Mitteleuropas, sowie der gesamten internationalen Gemeinschaft die Reaktivierung ihrer ökonomischen Rechte im Schiffsverkehr, Handel, der Industrie, in den Bank- und Versicherungsdiensten innerhalb des Freien Hafens Triest, der das einzige Freihandelsregime einer internationalen Freihandelszone zwischen Mittel- und Ost-Europa, dem Mittelmeerraum und den Routen von Suez und Gibraltar besitzt.

Im Tausch dafür, bitten wir lediglich um die politisch-diplomatische Aufmerksamkeit und jene der Presse, die notwendig ist, um die Unabhängigkeit und die ökonomischen Rechte des Freistaates und Freihafens Triest im Interesse aller zu garantieren.

Viele internationale Beobachter fragen seit vielen Jahren aus welchen technischen Gründen der Freie Internationale Hafen Triest wenig benutzt wird, während im Rest der Welt die Freihäfen und Freihandelszonen ständig weiterentwickelt und ausgebaut werden.

Es gibt jedoch keine technischen Probleme. Es gibt nur einen politisch-diplomatischen Betrug: die italienische Regierung behandelt den Freistaat Triest illegaler Weise so, als würde er sich unter der Souveränität des italienischen Staates befinden, der auf diese Weise ihn mit schweren Steuern erstickt (die Triest nicht zahlen müsste) und die internationalen Bestimmungen des Freien Hafen nicht umsetzt.

Mit diesem Betrug nehmen die verwaltende Regierung und der italienische Staat den Hinterland Staaten Mitteleuropas und denen der internationalen Gemeinschaft ihre Rechte auf den Freien Hafen Triest weg.

Das ist das Recht den Freien Hafen für ihre Schiffe, ihre Waren, sowie ihre Industrien und Banken voll auszunutzen; das Recht seine Verwaltung direkt zu kontrollieren und mizugestalten; das Recht ihre Schiffe im Freistaat Triest unter ihrer Flagge zu registrieren.

Die Staaten die das Recht haben, ihre Schiffe im Freistaat Triest zu registrieren, sind die Schweiz, Österreich, Ungarn, die Tschechische Republik und die Slowakei.

Die Staaten die das Recht haben, die Verwaltung des Freien Internationalen Hafens Triest zu kontrollieren sind Frankreich, das Vereinigte Reich, die Vereinigten Staaten, Russland und die anderen Nachfolgestaaten der UdSSR, Slowenien sowie alle Nachfolgestaaten Jugoslawiens, Italien, die Tschechische Republik, die Slowakei, Polen, die Schweiz, Österreich und Ungarn.

Alle Staaten der Welt, also auch China, Indien, Süd Korea, Brasilien und Süd Afrika eingeschlossen haben das Recht die Strukturen und das Freihandelsregime der Freien Zonen im Internationalen Freihafen Triest frei und ohne Diskriminierung zu nutzen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die internationale Gemeinschaft das Problem des Missbrauches von Seiten der verwaltenden italienischen Regierung im Freistaat und Freihafen Triest als schwebendes Geschäft offen gelassen, um nicht das strategische Gleichgewicht des Kalten Krieges zu stören. Auch die Restabilisierung des ehemaligen Jugoslawien (also seiner Nachfolgestaaten), führten dazu, dass man sich nicht weiter mit Triest beschäftigte.

Aber diese politischen Phasen haben längst aufgehört. Durch den Bedarf einer wirtschaftlichen Stabilisierung in Süd-Ost Europa, ist es nun wesentlich sich mit der Frage Triest zu beschäftigen, da die Entwicklung des Freistaates und Freihafens Triest, hierbei eine sehr wichtige Rolle spielt.

Denn auch die Frage der ehemaligen “Zone B” des Freistaates Triest, die der Verwaltung der ehemaligen Regierung Jugoslawiens anvertraut war, ist zwischen 1991 und 92 mit der internationalen Anerkennung der Souveränität der neuen unabhängigen Republiken von Slowenien und Kroatien gelöst worden.

Das Freie Territorium Triest hat also keine territoralien Ansprüche gegenüber Slowenien und Kroatien und hat starkes Interesse an einer umfassenden Zusammenarbeit mit dem slowenischen Hafen von Koper und dem kroatischen Hafen von Rijeka.

Es sollte also allen Staaten, die im Freihafen Triest Rechte besitzen und der gesamten internationalen Gemeinschaft, klar sein, dass die Missbräuche der verwaltenden italienischen Regierung und des italienischen Staates dem Freistaat und dem Freihafen Triest gegenüber aufhören müssen, weil sie keine politisch-strategische Rechtfertigung mehr haben können und dürfen und wirtschaftspolitisch schädlich sind.

Der juristische Status des Freistaates und Freihafens Triest wurde im Friedensvertrag von Paris vom 10. Februar 1947 zwischen den Alliierten und Assoziierten Mächten und Italien vereinbart und ratifiziert. Dieser wurde von einem zusätzlich exekutierten Werkzeug, dem Memorandum von London vom (5.Oktober 1954) begleitet, dass die militärische Treuhand- Verwaltung in eine zivile Treuhand Verwaltung verwandelt hat.

Beide Vereinbarungen, Vertrag und Memorandum, die Internationales Recht darstellen (und damit Bestand des italienischen Rechts sind), erkennen den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als direkten Garanten des Freien Territoriums Triest und seines Internationalen Freihafens an.

Die Wiederherstellung der Gesetzmäßigkeit von Freistaat und Freihafen Triest kann also deshalb beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen von drei Formen internationaler Rechtssubjekte beantragt werden: von jedem Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen, von der souveränen Bevölkerung des Freien Territoriums Triest und von jedem einzelnen Staatsbürger.

Am 18. Juni 2013 hat das Movimento Trieste Libera, dass eine immer mehr wachsende und relevante Zahl von Staatsbürgern des Freien Territoriums repräsentiert, der verwaltenden italienischen Regierung, den italienischen Behörden, dem Sicherheitsrat und anderen Organen der Vereinten Nationen ein erstes “Mahnschreiben und Reklamation“ und danach dem Sicherheitsrat weitere Mitteilungen und eine erste Sammlung von 15.000 Unterschriften zugestellt, die eine volle Wiederinkraftsetzung aller Internationalen Rechte fordern.

Die italienische Regierung hat keine gültigen juristischen Argumente, um zu antworten, und scheint nicht zu verstehen, dass es auch im Interesse der italienischen Wirtschaft/ Unternehmen ist, die italienische Treuhand Verwaltung des Freistaates und Freihafens Triest als Quelle internationalen Reichtums wiederherzustellen.

Gestern, den 8. September 2014, hat das Movimento Trieste Libera daher der italienischen Regierung eine “ABMAHNUNG“ zugestellt und wird dies dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mitteilen. Damit wird die sofortige Durchführung der internationalen Bestimmungen und der Rechte auf den Freien Internationalen Hafen aller anderen Staaten von Seiten der italienischen Regierung oder durch einen neuen Treuhand-Verwalters verlangt.

Mit dieser Presse Konferenz in Wien, übergibt das Movimento Trieste Libera direkt und per Email der österreichischen Presse, den Berichterstattern der internationalen Presse und den Botschaften der interessierten Staaten beide Dokumente, das “Mahnschreiben und Reklamation“ und die “ABMAHNUNG“, welche die Lage des Freistaates und Freihafens Triest ausführlich schildern.

Wir haben Wien aus historischen, praktischen und strategischen Gründen gewählt. Der historische Grund ist, das für uns Triestiner, Wien nach wie vor die historische und moralische Hauptstadt ist, also ab 1382 und nach 1918.

Der praktische Grund ist, das Wien Knotenpunkt der baltisch-adriatischen und der transsibirischen Verkehrsachsen ist und als natürliche Terminals zum Mittelmeer die drei Häfen in der Nord-östlichen Adria, Triest, Koper und Rijeka, hat.

Der strategische Grund, liegt in der Absicht der italienischen Regierung und des italienischen Staates die Verkehrsachsen auf das ganze System der Häfen der italienischen Halbinsel abzulenken.

Diese Umlenkung muss verhindert werden, weil dies der wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung Süd-Ost Europas schwer schaden würde und jede illegale Aktivität mafiöser Organisationen in den italienischen Häfen verstärken und vergrößern würde.

Dies ist eine Gefahr strategischen Ausmaßes, die deshalb von Washington, Brüssel und von den Vereinten Nationen, aber auch und vor allem von Österreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn sofort verstanden und gegen die gehandelt werden muss.

Auf diesem Zeitpunkt hätte Karl Kraus gesagt, dass es nichts mehr zuzusetzen ist, wenn euch das gesagte nicht genügt.

Triest dankt euch für eure Aufmerksamkeit; und wir sind bereit, alle Fragen von euch zu beantworten.

PDF: Referat-Freies-Triest.PDF

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